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Warum Gold zum langfristigen Vermögensaufbau wichtig ist

In einer aktuellen Studie analysieren Prof. Thorsten Hens und Alvin Amstein, welche Rolle Gold beim langfristigen Vermögensaufbau spielt. Denn das Edelmetall zeigt in Krisenzeiten eine besondere Stärke. Text: Cornelia Kegele

Gold ist nicht nur ein beliebtes Metall, das als Schmuck verwendet wird, sondern es dient auch seit Tausenden von Jahren als Wertaufbewahrungsmittel. Durch seine besonderen Eigenschaften wie Haltbarkeit, Unveränderlichkeit und begrenzte Verfügbarkeit ist die Nachfrage nach Gold anhaltend hoch. Aus diesen Gründen setzen Zentralbanken bis heute auf Gold als Absicherung in Krisenzeiten.

Gold als Gegenstück zu Aktien

In einer aktuellen Studie werfen Prof. Thorsten Hens und Alvin Amstein vom Institut für Finance UZH ein aktuelles Licht auf die Rolle von Gold im Vergleich zu klassischen Anlageformen wie Aktien und Obligationen und untersuchen, wie gut sich Gold für den langfristigen Vermögensaufbau eignet. Wer vor 50 Jahren beispielsweise 100 US Dollar (USD) in Aktien angelegt hat, hätte heute rund 14’800 USD. In Gold angelegt wären es 6’000 USD und in Obligationen etwa 4’300 USD. Allerdings können Aktien kurzfristig stark an Wert verlieren, wie etwa während der Dotcom-Blase, der Finanzkrise 2007/08 oder der Corona-Krise, als sie zeitweise bis zur Hälfte ihres Wertes einbüssten.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeigt Gold immer wieder seine Krisenresistenz – oft mit positiven Renditen gegenüber anderen Anlageklassen. Die Studie von Hens und Amstein zeigt, dass durch die Kombination von Aktien und Gold die Schwankungen im Portfolio sinken und die Rendite höher ausfallen kann als nur mit Aktien. Das liegt daran, dass Gold in Krisenzeiten Liquidität sichert: Es kann verkauft werden, um günstig in Aktien zu investieren – und nach der Krise tauscht man Aktien wieder gegen Gold.

Optimaler Goldanteil im Portfolio

Basierend auf Daten seit 1972 berechneten Hens und Amstein die optimale Mischung von Gold und Aktien – und zwar für verschiedene Risikopräferenzen, verschiedene Referenzwährungen (USD, CHF) und für verschiedene Aktienanlagen (international oder nur national) mit und ohne Steuern. Ihre Berechnungen zeigen, dass der optimale Goldanteil, über alle Fälle gemittelt, zehn Prozent betragen sollte. Bei höherer Risikoaversion und einem Fokus auf internationale Aktien (also ohne Home-Bias) steigt dieser Anteil. Da Gold keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden bietet, ist es steuerlich oft im Vorteil gegenüber anderen Anlageklassen, die besteuert werden.

Diese sogenannte «Goldstudie», welche von der Bank von Roll gesponsert wurde, zeigt, dass Gold eine wichtige Rolle beim langfristigen Vermögensaufbau spielt und hilft dabei, eine individuell optimale Goldquote zu bestimmen. Gold verspricht zwar keine Spitzenrenditen, bietet in Krisenzeiten jedoch Schutz – und kann in einem Portfolio mit Aktien sogar höhere Erträge als Aktien allein erzielen.

Thorsten Hens ist Professor für Finance am Institut für Finance an der Universität Zürich und doziert in Kursen der Executive Education Finance der Universität Zürich.

Text: Cornelia Kegele

Quelle: Oec. Magazin #23

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