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Christian Müller, CAS in General Management

Christian Müller, CAS in General Management

Christian Müller leitet seit sieben Jahren ein Team bei der Suva und engagiert sich für die Prävention von Berufskrankheiten im Bereich des Bewegungsapparats. Nach einem Studium der Bewegungswissenschaften und Sport an der ETH sowie einer anschliessenden Promotion führte ihn sein Weg über das betriebliche Gesundheitsmanagement zur heutigen Führungsfunktion.

Um seine Führungserfahrung durch fundiertes Managementwissen zu ergänzen und strategische, finanzielle sowie organisatorische Zusammenhänge besser zu verstehen, absolvierte er das  CAS in General Management der Executive Education der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich.

Neben seiner beruflichen Verantwortung setzt er sich auch privat als Leichtathletiktrainer für die Entwicklung anderer Menschen ein und schätzt die Möglichkeit, seine Führungsaufgabe im 80-Prozent-Pensum mit dem Familienleben zu verbinden.

Was hat Sie dazu bewogen, sich im Bereich Management weiterzubilden?

Ich komme stark aus dem Fach und konnte mir in den vergangenen Jahren viel Führungserfahrung aufbauen. Gleichzeitig hatte ich aber immer das Gefühl, dass mir die andere Seite des Managements fehlt, insbesondere Themen wie Finanzen oder Strategie. Für meine weitere berufliche Entwicklung wollte ich deshalb besser verstehen, welche Methoden, Tools und Ansätze es gibt.

Ausschlaggebend für meine Entscheidung, mich an der Executive Education der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich weiterzubilden, war das modulare Konzept. Es ermöglichte mir, gezielt jene Themen zu wählen, in denen ich den grössten Entwicklungsbedarf sah. Zudem kam mir der Standort Zürich als Wohnort natürlich sehr entgegen.

Heute fällt es mir leichter, Entscheidungen im grösseren Unternehmenskontext einzuordnen und das «Big Picture» hinter strategischen Entwicklungen zu verstehen.

Gab es eine Erkenntnis oder Denkweise aus dem CAS, die Ihre Sicht aufs Management nachhaltig verändert hat?

Eine einzelne Erkenntnis hat meine Sicht auf Management nicht grundlegend verändert. Sehr wertvoll war für mich jedoch der Perspektivenwechsel, den das CAS ermöglicht hat. Ob Finanzen, Personal oder Unternehmensführung: Jede Funktion betrachtet Herausforderungen aus einer anderen Perspektive. Dieses Bewusstsein hatte ich zwar bereits vorher, durch die Module wurde es jedoch deutlich greifbarer. Heute fällt es mir leichter, Entscheidungen im grösseren Unternehmenskontext einzuordnen und das «Big Picture» hinter strategischen Entwicklungen zu verstehen. Das hat mir rückblickend viel zusätzliches Verständnis gegeben.

Treffen Sie heute strategische oder operative Entscheidungen anders als vor dem CAS? Wenn ja, wie?

Ich würde nicht sagen, dass ich heute grundsätzlich andere Entscheidungen treffe als vor dem CAS – bewusster vielleicht. Der grösste Unterschied liegt vielmehr darin, dass ich strategische Zusammenhänge besser verstehe und Entwicklungen im Unternehmen leichter einordnen kann. Gerade bei der Einführung neuer Strategien oder Veränderungen in der Führung hilft mir der Perspektivenwechsel, den ich im CAS gewonnen habe. Dadurch gelingt es mir heute besser, Hintergründe nachvollziehbar zu machen und strategische Entscheidungen gegenüber meinem Team zu erklären.

Welches Modul hat Ihnen rückblickend die wertvollsten Impulse und praxisnahen Werkzeuge für Ihren Berufsalltag vermittelt?

Am meisten mitgenommen habe ich aus dem Modul Strategisches Management. Strategieprozesse werden in meiner Funktion immer wichtiger und werden künftig wohl noch stärker an Bedeutung gewinnen. Das Modul hat mir zahlreiche Werkzeuge und Ansätze aufgezeigt und vermittelt, wie man strategische Fragestellungen systematisch angehen kann. Diese Perspektive nutze ich heute regelmässig im Berufsalltag.

Nachhaltig geprägt hat mich zudem das Modul Strategische Verhandlungen. Verhandlungen gehören in meinem Arbeitsumfeld immer wieder zum Alltag, sei es bei Betriebskontrollen oder in der Zusammenarbeit mit Branchenverbänden. Zwar bewegen sich diese nicht auf demselben Niveau wie die Fallbeispiele aus dem Unterricht, doch insbesondere die strukturierte Vorbereitung und die Überlegungen, die einer Verhandlung vorausgehen, haben sich für mich als sehr wertvoll erwiesen. Gerade weil viele Situationen nicht schwarz-weiss sind und Interpretationsspielraum besteht, profitiere ich bis heute von den Werkzeugen und Denkweisen aus diesem Modul.

Ich bin immer wieder auf Perspektiven gestossen, die ich selbst so nicht eingenommen hätte. Diese unterschiedlichen Sichtweisen kennenzulernen, zu diskutieren und besser zu verstehen, war sehr wertvoll.

Welche Rolle spielte der Austausch mit den anderen Teilnehmenden während des CAS?

Der Austausch mit den anderen Teilnehmenden war für mich ein wesentlicher Bestandteil der Weiterbildung. Die Module boten bewusst viel Raum für Diskussionen, Gruppenarbeiten und den fachlichen Austausch. Besonders bereichernd war für mich die Zusammenarbeit mit Menschen aus Branchen, mit denen ich zuvor kaum Berührungspunkte hatte.

Gerade in den Fallarbeiten wurde deutlich, wie unterschiedlich Herausforderungen je nach Funktion, Branche oder Unternehmenskontext betrachtet werden. Dabei bin ich immer wieder auf Perspektiven gestossen, die ich selbst so nicht eingenommen hätte. Diese unterschiedlichen Sichtweisen kennenzulernen, zu diskutieren und besser zu verstehen, war sehr wertvoll.

Gleichzeitig hatte ich das Glück, einige Teilnehmende über mehrere Module hinweg immer wieder zu treffen. Dadurch entstand trotz des modularen Aufbaus ein kleines «Klassengefühl», das ich sehr geschätzt habe. Aus der Weiterbildung sind mehrere Kontakte entstanden, mit denen ich bis heute im Austausch stehe. Mit einem Teilnehmer habe ich sogar fast alle Module gemeinsam besucht. Daraus hat sich eine Freundschaft entwickelt, und wir treffen uns noch heute regelmässig. Das ist etwas, das mir von der Weiterbildung besonders geblieben ist.

Neben dem Austausch mit den anderen Teilnehmenden habe ich auch die Präsenz des Programmleiters Dr. Anıl Özdemir sehr geschätzt. Er war bei fast jedem Modul vor Ort und jederzeit ansprechbar. Dass der Kontakt nicht nur mit den Dozierenden, sondern auch mit der Programmleitung so unkompliziert möglich war, hat wesentlich zur positiven Lernatmosphäre beigetragen.

Leadership und Coaching bleiben zentrale Bestandteile meines Führungsverständnisses, werden heute aber durch ein stärkeres strategisches und unternehmerisches Denken ergänzt.

Wie hat sich Ihr Selbstverständnis als Manager durch das CAS verändert?

Ich komme stark aus einem Coaching- und Leadership-Verständnis, bei dem die Arbeit mit Menschen im Mittelpunkt steht. Das hat sich durch das CAS nicht verändert. Was sich verändert hat, ist mein Blick auf das Unternehmen als Ganzes. Heute gelingt es mir besser, auch die unternehmerische Perspektive einzunehmen und unterschiedliche Sichtweisen in meine Überlegungen einzubeziehen. Leadership und Coaching bleiben zentrale Bestandteile meines Führungsverständnisses, werden heute aber durch ein stärkeres strategisches und unternehmerisches Denken ergänzt.

Wenn Sie nach vorne blicken: Wie sehen die nächsten Schritte auf Ihrem Berufsweg aus?

Diese Frage beschäftigt mich aktuell tatsächlich selbst. Grundsätzlich kann ich mir gut vorstellen, in den kommenden Jahren einen weiteren Schritt zu machen, beispielsweise in Richtung Abteilungs- oder Bereichsleitung. Eine entsprechende Möglichkeit hätte sich bereits ergeben, auf diesen Schritt habe ich jedoch bewusst verzichtet. Familie, Freizeit und mein Engagement im Sport sind mir wichtig, und ich möchte diese Bereiche weiterhin gut mit meiner beruflichen Tätigkeit vereinbaren können.

Gleichzeitig sehe ich meine Entwicklung zunehmend in der Führung und weniger in der Rolle des Fachspezialisten. Als ich bei der Suva angefangen habe, führte ich sowohl fachlich als auch personell. Heute liegt mein Fokus stärker auf der personellen Führung und auf der Zusammenarbeit mit Fachspezialistinnen und Fachspezialisten. Das CAS war dabei nicht der Auslöser, hat mich in dieser Entwicklung jedoch unterstützt und bestärkt.

Wo mich mein Berufsweg in den nächsten Jahren genau hinführt, kann ich nicht sagen. Einen nächsten Schritt mit mehr Führungsverantwortung kann ich mir gut vorstellen. Gleichzeitig ist es mir wichtig, nahe an den Menschen und am operativen Geschäft zu bleiben. Eine reine Managementfunktion, die sich ausschliesslich mit strategischen Themen beschäftigt, entspricht weniger dem, was ich für meine Zukunft suche.

Wo sehen Sie für Ihre weitere Entwicklung noch Potenzial, und welche Kompetenzen würden Sie gerne weiter ausbauen?

Wenn ich an meine weitere Entwicklung denke, wird mit zunehmender Verantwortung auch die strategische Komponente immer wichtiger. In diesem Bereich kann ich mir durchaus vorstellen, mein Wissen noch weiter zu vertiefen. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass ich die wichtigsten Methoden und Werkzeuge mittlerweile kenne. Die eigentliche Herausforderung liegt oft weniger in der Theorie als in der praktischen Anwendung.

Deshalb wären für mich vor allem noch stärker praxisorientierte Formate spannend. Das Modul Unternehmenssimulation habe ich damals leider verpasst – das ist bis heute das Modul, das ich am meisten bereue, nicht besucht zu haben. Generell finde ich Formate besonders wertvoll, in denen reale Fragestellungen bearbeitet werden. Spannend wäre beispielsweise, eigene Praxisfälle einzubringen und diese gemeinsam mit Peers und Dozierenden zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Von einem solchen Austausch könnte ich für meinen Führungsalltag nochmals viel mitnehmen.

Was war die grösste Herausforderung im Programm – und was haben Sie daraus gelernt?

Die grösste inhaltliche Herausforderung waren für mich die beiden E-Learning-Module im Bereich Finanzen. Ich kam praktisch ohne Vorwissen in dieses Thema und hatte anfangs kaum Berührungspunkte mit den Grundlagen. Entsprechend musste ich mich stark einarbeiten. Teilweise wurde es für mich auch recht abstrakt, weil der Stoff weit von meinem beruflichen Hintergrund entfernt war.

Daneben war die grösste Herausforderung die Vereinbarkeit von Weiterbildung, Beruf, Familie und Freizeit. Das CAS erfordert einen beträchtlichen zeitlichen Aufwand, den es im Alltag zu organisieren gilt. Glücklicherweise wurde ich dabei von meinem Arbeitgeber sehr unterstützt. Trotzdem braucht es eine gute Planung und die Bereitschaft, zusätzliche Belastungen in Kauf zu nehmen.

Würden Sie das CAS weiterempfehlen – und wenn ja, wem?

Ja, ich würde das CAS definitiv weiterempfehlen. Gerade durch den modularen Aufbau eignet er sich für eine breite Zielgruppe, weil die Inhalte auf die eigenen Bedürfnisse und Entwicklungsschwerpunkte abgestimmt werden können.

Besonders sinnvoll erscheint mir das CAS für Personen, die bereits erste Führungserfahrung gesammelt haben oder sich auf eine Führungsrolle vorbereiten. Für mich war der Zeitpunkt ideal: Ich war bereits einige Jahre als Teamleiter tätig und wollte meinen Blick über die personellen Führungsthemen hinaus erweitern. Ein gewisses Mass an Praxiserfahrung hilft sicher, um die Inhalte einordnen und direkt anwenden zu können.

Viele Beispiele und Diskussionen orientieren sich zwar an Fragestellungen aus grösseren Unternehmen. Ich hatte jedoch nie den Eindruck, dass die Inhalte deshalb nur für diesen Kontext relevant wären. Die Konzepte und Werkzeuge lassen sich auch auf kleinere Organisationen übertragen. In einem grösseren Unternehmen sind sie vielleicht etwas direkter anschlussfähig, grundsätzlich profitieren jedoch Führungskräfte aus sehr unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrössen davon.

Tatsächlich haben mich inzwischen bereits einige Personen aus einer ähnlichen beruflichen Situation nach meinen Erfahrungen gefragt. Ihnen habe ich das CAS gerne weiterempfohlen.

Herzlichen Dank, Christian Müller!

Weitere Informationen zum CAS in General Management finden Sie hier.

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