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Riccarda Kunz, CAS in Leadership

Riccarda Kunz ist 35 Jahre alt und wohnt mit ihrer Familie in Zürich. Sie leitet aktuell ein Team von Fachspezialistinnen bei einem Lebensmittelhersteller, ist jedoch bereits seit über zehn Jahren beim selben Konzern in verschiedenen Rollen tätig. Gestartet hat sie dort nach ihrem Master in Lebensmittelwissenschaften an der ETH mit einem Trainee und arbeitete seither in unterschiedlichen Rollen im Bereich Qualität. Die aktuelle Tätigkeit beinhaltet eine herausfordernde Mischung aus akuten Themen, die zeitnah einer Lösung bedürfen, und aus strategischen Projekten – eine spannende Mischung, die ihr sehr zusagt. Zudem schätzt sie die Möglichkeit, als Teamleiterin ihre Mitarbeitenden in ihrer Entwicklung unterstützen zu dürfen. In ihrer Freizeit kocht sie gerne, praktiziert Yoga oder ist mit ihrer Familie unterwegs. Den CAS in Leadership hat Riccarda Kunz berufsbegleitend absolviert. Besonders gefällt ihr an diesem Studiengang der Fokus auf den Menschen und die Möglichkeit, sich auszutauschen.

Wie verstehen Sie Ihre Rolle als Teamleiterin und was ist Ihnen dabei besonders wichtig?

Ich sehe es als meine Verantwortung, das Potenzial meiner Mitarbeitenden zu erkennen, gezielt zu fördern und ihnen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung zu bieten. In unserem Unternehmen legen wir bewusst den Fokus auf die individuellen Stärkenprofile und lassen diese aktiv in die Aufgaben- und Projektverteilung einfliessen. Ein weiterer zentraler Aspekt meiner Führungsrolle ist es, mein Team zusammenzubringen. Dabei sind mir eine offene Kommunikation und gemeinsame Ziele besonders wichtig. Eine gelebte Feedbackkultur und ein klarer gemeinsamer Fokus stärken den Zusammenhalt und fördern die Zusammenarbeit. Wichtig ist mir, in meiner Rolle als Führungsperson authentisch zu bleiben und mit Integrität zu handeln. Mein Team weiss, worauf es sich bei mir verlassen kann und ebenso, was ich von ihnen erwarte.

Warum und wann haben Sie begonnen, sich für das Thema Leadership zu interessieren?

Mit 28 Jahren habe ich mein erstes Team übernommen, eine Aufgabe, vor der ich anfangs grossen Respekt hatte. Während meines Trainee-Programms war ich überzeugt, dass Führung nichts für mich sei. Doch überraschenderweise stellte sich genau dieser Bereich als der heraus, der mir am meisten Freude bereitet. Meinen Abschluss an der ETH habe ich vor über zehn Jahren gemacht. In all den Jahren hatte ich nie das Bedürfnis, wieder die Schulbank zu drücken, denn durch interne Rollenwechsel und neue Aufgaben habe ich kontinuierlich dazugelernt. Vor etwa einem Jahr spürte ich jedoch, dass ich wieder bereit bin, neues Wissen aufzunehmen. Im Austausch mit unserer internen Personalentwicklerin wurde schnell klar: Fachlich bin ich bereits sehr gut aufgestellt, aber mein Interesse liegt nun vor allem in der Vertiefung meiner Kompetenzen im Bereich der Personalführung.

Wie sind Sie auf den CAS in Leadership aufmerksam geworden und weshalb haben Sie sich für dieses Angebot der Universität Zürich entschieden?

Ich habe online recherchiert und mich erkundigt, was es zum Thema Führung gibt; wichtig war mir ein menschenbezogener Ansatz und weniger das Thema «Management» allein. Der modulare Aufbau des CAS in Leadership hatte mich sofort angesprochen. Zudem war es mir wichtig, dass das Programm in einem zeitlich überschaubaren Rahmen stattfindet und es sich nicht zu lange hinzieht, denn es musste mit meiner Familie und meinem Job vereinbar sein.

Was sind Ihre Key-Takeaways aus dem Studiengang?

Aus dem Modul «Leadership» habe ich eine sehr konkrete Erkenntnis mitgenommen: In Gesprächen kann es äusserst wirkungsvoll sein, bewusst Pausen zuzulassen und einfach mal still zu sein. Diese Technik konnten wir im Rahmen des Moduls direkt ausprobieren. Obwohl es keine echten Gesprächssituationen waren, war es sehr hilfreich, dies in einem geschützten Rahmen zu üben und zu reflektieren.

Auch das Modul «AI for Business» hat mich sehr positiv überrascht – insbesondere, weil ich zu Beginn gar nicht erwartet hatte, dass mich dieses Thema so stark interessieren würde. Gerade im Qualitätsbereich, in dem ich tätig bin, bietet künstliche Intelligenz enormes Potenzial. Im Laufe des Moduls wurde mir klar, dass ich mich in diesem Bereich gerne noch viel intensiver weiterbilden möchte.

Als Drittes nehme ich das Verständnis für die «Bedeutung der psychologischen Sicherheit im Arbeitsumfeld» mit. Den Begriff selbst kannte ich zuvor nicht, habe aber sofort erkannt, was damit gemeint ist – etwa, dass ich offen über eigene Fehler und Erfolge spreche. Es ist mir wichtig, zu zeigen, dass niemand perfekt ist. Spannend war für mich auch die Erkenntnis, dass ich viele dieser Prinzipien bereits intuitiv anwende. Durch den CAS habe ich nun die passenden Begriffe und Konzepte dafür erhalten.

Ein durchgängiges Thema im gesamten CAS war für mich zudem die Auseinandersetzung mit meinem eigenen Entwicklungspotenzial im Bereich Führung. Immer wieder wurden wir dazu angeregt, uns selbst zu reflektieren, eigene Verhaltensmuster zu erkennen und, idealerweise, mit passenden Methoden gezielt zu durchbrechen. Diese kontinuierliche Selbstreflexion hat mir geholfen, meine Führungsrolle bewusster wahrzunehmen und weiterzuentwickeln.

Konnten Sie das neu erlernte Wissen bereits anwenden?

Ich habe tatsächlich schon Sachen umgesetzt. So habe ich beispielsweise eingeführt, dass wir nach unserem jährlichen externen Audit ein Debriefing im Team machen, so wie ich es im Modul «Krisenkompetenz» gelernt habe. Bei uns handelt es sich zwar nicht um eine Krise, aber der Audit ist trotzdem ein bedeutendes und intensives Ereignis. Deshalb haben wir uns im Nachhinein im Team darüber unterhalten, worauf wir stolz sind, welche Tools wirksam waren und wo wir noch optimieren können. Das Debriefing kam beim Team gut an und nun besteht intern Interesse, dies für alle Audits zu standardisieren.

Eine weitere Methode habe ich aus dem «Leadership»-Modul direkt in mein Teammeeting übernommen: Jede Woche teilen wir nun unser Highlight der Vorwoche – ganz gleich, ob gross oder klein. Ich beobachte, dass dies hilft, den Alltagstrott zu durchbrechen und den Fokus bewusst auf das Positive zu richten.

Zusätzlich hat mir das Modul «Change Management» geholfen, die Perspektive zu wechseln und die grösseren Restrukturierungen, die letztes Jahr bei meinem Arbeitgeber durchgeführt wurden, in einem anderen Licht zu sehen. Ich fing an, in die Rolle unseres Managements zu schlüpfen und konnte nachvollziehen, weshalb gewisse Entscheidungen getroffen wurden.

Allgemein waren Fragen wie «Wie setze ich das nun konkret in die Praxis um?» in den Modulen stets willkommen und sie wurden direkt beantwortet, das fand ich sehr hilfreich.

Gibt es Themen, die Sie nach dem CAS noch weiter vertiefen möchten?

Das Modul «AI for Business» war für mich ein Augenöffner und hat bei mir einen Wissenshunger zum Thema «AI» geschürt. Das ganze Thema weist enorm viel Potenzial auf und damit kenne ich mich meines Erachtens noch zu wenig aus.

Inwiefern glauben Sie, dass der CAS Ihre persönliche und berufliche Entwicklung fördern wird?

Ich finde es herausfordernd, zwischen dem Persönlichen und Beruflichen zu unterscheiden. Bisher habe ich nie bewusst bestimmte Karriereschritte angestrebt, vielmehr habe ich stets mein Bestes gegeben, meine Ideen eingebracht und daraus haben sich die nächsten Schritte ganz natürlich ergeben. Für mich steht die persönliche Weiterentwicklung im Vordergrund. Besonders bereichernd war die Selbstreflexion und der Austausch mit anderen Führungskräften im CAS. Beides kommt im Alltag oft zu kurz. Umso wertvoller war es, dass wir dafür genügend Raum erhielten.

Es hat mir geholfen zu erkennen, dass niemand perfekt ist und viele von uns ähnliche Herausforderungen erleben. Wenn ich nun etwas dazulerne und dadurch in meiner Führungsrolle weniger Fehler mache, profitiert auch mein Team davon. Mir ist es wichtig, meiner Verantwortung gegenüber meinen Mitarbeitenden gerecht zu werden. Ich sehe es als meine Aufgabe, sie bestmöglich zu unterstützen und zu begleiten.

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Ihren Kommiliton:innen erlebt?

Der ungefilterte Austausch in den Pausen war sehr wertvoll. Ich habe die Offenheit unter den Teilnehmenden sehr geschätzt. Toll war, dass wir viele Fragen auch direkt im Plenum besprechen konnten. Zudem war es für mich bereichernd, dass viele andere berufstätige Mütter in Führungspositionen dabei waren, was einen spannenden Austausch mit sich brachte.

Würden Sie diese Weiterbildung weiterempfehlen und falls ja, wem?

Ja, ich würde sie gesamthaft weiterempfehlen. Meiner Meinung nach ist der CAS in Leadership optimal für Personen, die schon Führungserfahrung aufweisen. Ich glaube, der Gewinn dieser Weiterbildung ist mit Führungserfahrung besonders gross und man kann die Austauschmöglichkeiten so intensiver nutzen. Weiter eignet sich der Studiengang für jene Personen, denen es wichtig ist, wissenschaftsbasierte Informationen zu erhalten. Ich als Naturwissenschaftlerin fühle mich besonders dann abgeholt, wenn auch die Studien aufgezeigt werden, auf denen eine gewisse Theorie basiert.

Zusammenfassend ist dieser CAS passend für Leute, die Menschen mögen, die gerne mit anderen Menschen zusammenarbeiten und die auch in ihrer Führungsrolle darauf den Schwerpunkt legen. Der «Fokus Mensch» ist in dieser Weiterbildung stark spürbar und das hat mir sehr gefallen.

Herzlichen Dank, Riccarda Kunz!

(Weitere Informationen zum CAS in Leadership finden Sie hier.)

Text: Linda Betschart

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